Die Manen verlangen, begraben zu werden

From Pasakas un teikas
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Auf einem Gutshof lebte ein Kutscher, der nicht an Gespenste glaubte. Eines Abends — nachdem er noch diejenigen, die sich vor Gespenstern fürchteten, verspottet hatte — legte er sich schlafen. Aber in derselben Nacht erschien ihm ein weißes Gespenst, das auf ihn zukam und ihm die Hand reichen wollte. Er erschrak und reichte dem Gespenst einen Zipfel der Decke, denn er hatte gehört, dass man einem Gespenst die Hand nicht reichen dürfe. Das Gespenst kam nahe an ihn heran und sagte: "Rufe morgen andere Leute herbei und geh mit ihnen in den Wagenschuppen. Ihr sollt ganz hinten im Schuppen den Boden aufbrechen. Dann wirst du dort die Gebeine eines kleinen Kindes und ein Messer finden."

Da ergriff das Gespenst die Hand des Kutschers, riss ihm einen Finger aus und verschwand. Danach hat der Kutscher nichts mehr gesehen und gehört. Er schlief bis zum Morgen. Nachdem er aufgestanden war, begab er sich zu seinem Herrn und erzählte ihm, was er in der Nacht gesehen hatte; der Herr wollte ihm jedoch nicht glauben. Da rief der Kutscher aus: "Wenn Ihr, gnädiger Herr nicht glauben wollt, so soll Euch mein Finger davon überzeugen!" Da befahl der Herr seinen Leuten, den Fußboden des Wagenschuppens aufzubrechen: sie fanden wahrhaftig die Gebeine eines Kindes und ein Messer. Das Gespenst war die Seele des umgebrachten Kindes gewesen, die so lang keine Ruhe findet, bis die Gebeine — wie es sich gehört — bestattet worden sind. Die Gebeine des Kindes wurden ordentlich begraben. Seit der Zeit ist das Gespenst nicht mehr erschienen; aber der Kutscher zweifelte nicht mehr daran, dass es Gespenster gibt.

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