Die Manen verlangen, begraben zu werden

From Pasakas un teikas
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Es begab sich in alter Zeit in dem Schloss der Mēŗu muiža. Eine Magd fand in der Mägde Kammer nachts keine Ruhe. Jede Nacht trat ein kleines Mädchen an ihr Bett und sprach zu ihr: "Zieh dein Bett ab! Das Bein deines Bettes steht auf meinem Kopf!" Anfangs machte sich die Magd nichts daraus. Eines Abends waren die Mägde noch sehr spät wach geblieben. Gegen Mitternacht hörten sie an der Wand ein sonderbares Kratzen und plötzlich fegte ein Windstoß in die Kammer. Der Windstoß löschte das Licht aus. In der Dunkelheit konnte man ein kleines Mädchen sehen, dass am Bett der Magd stand. Die Mägde erschraken so sehr, dass sie schreiend das Kammer verließen. Als man den Großherrn von der sonderbaren Begebenheit unterrichtet hatte, ließ er die Mägde in eine andere Kammer umziehen. Der Vogt bekam den Auftrag, in der ehemaligen Mägde Kammer Wache zu halten: sollte das Mädchen wieder erscheinen, so sollte er es fragen, wer es sei und was es wolle. Schon in der nächsten Nacht war das Mädchen zur Stelle, und der Gutsvogt fragte es, wer es sei und was es wünsche. Da erzählte das Mädchen, dass es das uneheliche Kind der und der Magd sei. Sie sei jetzt acht Jahre alt. Die Mutter habe sie als Neugeborenes erwürgt und im Keller begraben. Sie müsse so lange umgehen, bis ihr natürlicher Todestag gekommen sein werde. Als man am nächsten Tag im Keller zu graben begann, fand man im Sand vergraben die Gebeine eines kleinen Kindes. Man begrub sie auf dem Friedhof. Von nun ab ließ sich das Mädchen nicht mehr im Schloss sehen.

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