Die Manen verlangen, begraben zu werden

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search
Comments: K. Bramanis aus der Rigaer Gegend hat eine Sage aufgeschrieben, nach der ein Jäger, der spät abends nach Hause gegangen ist, einen Knaben gesehen hat, der eine Taube briet. Der Knabe sagte, er sei ein umgebrachtes Kind, und bat den Jäger, seine Gebeine zu bestatten, was der Jäger auch tat. P.Š.


Einmal fuhr ein Mann, der nach Rīga wollte, an einem Gutshof vorbei, auf dem gerade Bier gebraut wurde. Der Mann war sehr durstig und rief aus: "Und wenn der Teufel selbst mir jetzt zu trinken reichen würde, ich würde gern trinken!"

Da — nicht lange darauf — kommt jemand auf ihn zu, reicht ihm einen Bierkrug und sagt: "Nimm, trink soviel du nur willst!" Der Mann beginnt zu trinken und merkt: das Bier ist noch ganz warm. Da fragte er den, der es ihm gebracht hatte, wer er sei. "Ich bin die Seele eines umgebrachten Kindes. Ich kann nicht zur Ruhe kommen, bevor meine Gebeine auf dem Friedhof begraben sind." Könne er das nicht machen? Gut, der Mann begab sich auf das Gut, grub an der ihm von der Seele angezeigten Stelle die Gebeine aus und bestattete sie auf dem Friedhof. Seit der Zeit hat sich das Gespenst nicht mehr sehen lassen.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox