Manen werden getragen

From Pasakas un teikas
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Drei Wandergesellen marschierten die Landstraße entlang. Es war eine schöne, mondhelle Nacht. Sie Kamen an ein Wirtshaus. Neben dem Wirtshaus befand sich der Friedhof, und auf dem Friedhof erblickten sie einen weißen Mann. Der Mann soll dort jede Nacht gestanden haben. Die Wandergesellen betraten das Wirtshaus und sagten zu dem Wird: "Auf dem Friedhof steht, ein weißer Mann!" — "Der steht jede Nacht dort! Sobald es neun Uhr ist, da erscheint er, und um zwölf Uhr verschwindet er wieder. Wenn ihr gut bezahlt, so will ich euch den Mann vom Friedhof herbringen," sagte die Wirtstochter. Ja, sie würden gut bezahlen, sie solle nur den weißen Mann holen. Kurz darauf brachte die Wirtstochter den weißen Mann herein und warf ihn — krach! — auf den Tisch. Es war zehn Uhr. Man musste ihn aber wieder auf den Friedhof zurückschaffen. Die Wirtstochter wollte nicht gern den Mann zurückbringen, aber wer sollte es denn sonst tun. Also musste sie ihn zurücktragen. Der Wirt, seine Knechte und die Wandergesellen standen an der Ecke des Wirtshauses und schauten zu. Das Mädchen hatte den Mann an seinen Platz zurückgebracht, aber er lieβ sie nicht fort und sagte: "Geh in den Keller und bitte für mich um Verzeihung eine Bäuerin, deren Vieh ich im Leben verhext hatte. Dann werde ich dich gehen lassen!" Sie stieg in den Keller hinab und erblickte die Bäuerin, die sich auf einen Arm gestützt in ihrem Sarg lag. Ihre Augen strahlten hell. Das Mädchen flehte sie an, aber die Bäuerin antwortete kein Wort. Nach einer Weile sagten die anderen Toten, sie müsse jetzt nach Hause gehen, denn es sei schon zwölf Uhr und sie müssten sich wieder zur Ruhe begeben. Das Mädchen kehrte nach Hause zurück, aber am nächsten Morgen um acht Uhr früh starb es. Seit der Zeit hat sich der weiße Mann nicht mehr gezeigt, und man sah ihn nicht mehr auf dem Friedhof stehen.

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