Manen werden getragen

From Pasakas un teikas
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Ein Großherr und eine Großfrau lebten wie Hund und Katze zusammen, sie verfluchten sich gegenseitig und trotzten einander wo sie nur konnten. Als der Großherr nach einigen Jahren starb, wollte sich die Großfrau noch an dem Toten rächen, indem sie ihn mit folgenden Worten verwünschte: "Du niederträchtiger Teufelsknecht, das ganze Leben lang hast du mich betrübt, deshalb wünsche ich dir, dass dein Leib nicht verwesen möchte! Er soll zum Gespött der Leute herumliegen! Möchte der Teufel meinen Wunsch erfüllen!" Darauf antwortete der Großherr: "Gut, du hast mir einen unverweslichen Leib gewünscht, aber ich wünsche dir, dass du niemals sterben sollst! Der tote Großherr wurde in der Gruft beigesetzt. Noch nach mehreren Jahren war er nicht verwest, sondern sah aus, als hätte man ihn erst heute bestattet. Bald darauf starb auch die Großfrau, aber sie war dennoch nicht tot: sie saß in ihrem Sessel, und nur ihr Schatten war zu sehen. So waren die beiderseitigen Verwünschungen in Erfüllung gegangen. An einem Sonntagabend waren in dem nahen Kirchkrug die jungen Burschen der Gegend versammelt. Sie begannen zu prahlen, wer von ihnen der mutigste sei. Da rief der Eine aus: "Ich wäre sogar bereit den Großherrn aus der Gruft hierher zu holen!" "Gut!" riefen die anderen, "hol ihn nur her!" Der Prahlhans holte den toten Großherrn und setzte ihn in eine Ecke des Wirtshauses. Manche spotteten über den Großherrn, manche wunderten sich, andere berührten ihn mit den Fingern. Aber sobald er mit den Fingern berührt worden war, begann der Großherr sich zu bewegen. Er ging auf den Burschen zu, der ihn geholt hatte, packte ihn am Kragen und herrschte ihn an: "Trage mich sofort wieder zurück!" Alle waren erschrocken, aber der Prahlhans musste ihn zurücktragen. Er brachte ihn zu seiner Gruft und legte ihn an seinen Platz zurück. Da sagte der Großherr zu ihm: "Ich verzeihe dir. Aber nun geh auf mein Gut und sag zu meiner Frau, die als Schatten dort in ihrem Lehnstuhl sitzt, dass ich ihr vergeben habe und sie bitte, auch mir zu vergeben." Der junge Bursche tat nach dem Wunsch des Großherrn. Er brachte der Großfrau die Nachricht (ihres Mannes). Die Großfrau bedankte sich herzlich für die Botschaft und ließ dem Großherrn sagen, dass sie ihrerseits ihm vergeben habe. In demselben Augenblick war sie aus dem Lehnstuhl verschwunden, nur ein Häuflein Asche blieb zurück. Auch der Großherr war verschwunden.

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