Manen werden getragen

From Pasakas un teikas
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Auf einem Hof wurde Hochzeit gefeiert. Zwei übermütige Burschen waren zum Gebeinhaus des Friedhofs gegangen und hatten einen Toten geholt. Früher hat man die Toten nicht zu Hause aufgebahrt: man brachte sie zur Friedhofskapellchen und ließ sie dort bis zum Tag ihrer Beerdigung. Den Töten, den die Burschen geholt hatten, stellten sie in die Ecke des Zimmers. Sobald der Bursche, der ihn getragen hatte, an ihm vorbeitanzte stieß er ihn an und rief: "Nun, wirst du tanzen oder nicht?" Als der Bursche den Toten zum dritten Mal anstieß, sprang der Tote auf, umschlang den Burschen und begann, sich mit ihm durch das Zimmer zu drehen, wobei seine Beine gelenkig wie Peitschen waren, obwohl er sonst ganz starr war. Die Hochzeitsgäste flohen vor Angst, aber der Tote und der Bursche tanzten nur weiter. Als der Bursche zu flehen begann, er möchte ihn doch loslassen, schrie der Tote nur: "Tanze! Tanze!" Schließlich war der Bursche so müde, dass er umfiel. Der Tote krallte sich an seinem Rücken fest. So blieben sie auf dem Boden liegen. Man holte einen Doktor. Der wollte die Arme des Toten absägen, aber sobald man an dem Toten zu sägen begann, begann der Bursche zu schreien und zu bluten. Nun holte man den Pfarrer. Der Pfarrer betete und segnete, aber der Tote ließ und ließ den Burschen nicht los. Er sagte nur: "Trag mich fort!" Da brachte der Bursche den Toten zur Friedhofskapelle zurück. Als er ihn wieder in seinen Sarg gebettet hatte, überfielen ihn andere Tote und zerrissen ihn in Stücke.

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