Die Manen verlangen ihre Sachen

From Pasakas un teikas
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Im Keller des Gutshofes von Aumeisteri gibt es einen großen Stein, der in die Mauer eingemauert ist. Auf diesem Stein steht eine in ein weißes Laken gehüllte Frau.

Einst, in alten Zeiten waren Frauen in den Keller gegangen um Milch abzuschöpfen. Eine Arbeiterin, ein junges übermütiges Mädchen sei zu der Frau hingelaufen und habe ihr das Laken heruntergerissen. Die Gestalt habe nichts gesagt, keinen Finger gerührt. Nachts habe dann an der Tür zum Zimmer, in dem die junge Arbeiterin wohnte jemand stark geklopft und geschrien:“ Gib mir mein Laken zurück!“ Die Magd rührte sich nicht. Am nächsten Tag klopfte wieder jemand an die Tür. Der Vater des Mädchens kam heraus. Hinter der Tür stand dieselbe Frau, der die Magd das Laken herabgerissen hatte. Der Vater ging wieder hinein und verriegelte die Tür.

In der dritten Nacht stand die Frau wieder vor der Tür und rief: “Gib mir mein Laken zurück! Sonst geht es dir schlecht!“ Am Morgen erzählte die Magd alles dem Dorfältesten, der wiederum dem Großherrn, der den Pfarrer kommen ließ.

Als der Pfarrer mit anderen Leuten in den Keller kam, stand die Frau auf dem Stein.

Sie blickte zornig auf die Magd. Der Pfarrer begann mit der Andacht und der Weihe. Dann wollte die Tagelöhnerin der stehenden Frau das heruntergerissene Laken wieder umlegen: in demselben Augenblick schrie diese bösartig auf und fiel zur Erde. Der Tagelöhnerin aber war das Genick umgedreht. Sie war auf der Stelle tot.

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