Die Manen verlangen ihre Sachen

From Pasakas un teikas
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In Talsi, wo heute 3 Friedhöfe stehen, war früher ein Krug. Eines Abends gingen dort drei Wandergesellen rein und fingen an zu trinken, aber das Bier ging ihnen aus.

Die Wandergesellen boten demjenigen, der nach Talsi ginge, um Bier zu holen viel Geld. Die Dienstmagd ging dann eben. Der Pfad ging am Friedhofswall vorbei und die Magd sah auf den Gräbern eine weiße Gestalt stehen. Die Magd dachte sich, dass einer der Wandergesellen sie erschrecken möchte und lachte bei sich:“ Nun, dann steh, steh, schon, wenn ich zurückkomme, werde ich dir das Hemd ausziehen. Wie sie zurückkommt, sieht sie den Weißen nach wie vor stehen. Sie legt den Bierkrug ab, springt über den Wall und reißt dem Stehenden das Hemd herunter. Dann nimmt sie wieder den Bierkrug und läuft lachend zum Wirtshaus. Aber die Wandergesellen sitzen alle wie gehabt am Tisch und spielen Karten. Nun ist die Magd in der Tat erschrocken. Man betrachtet das Hemd näher— es ist ganz verrottet – eben ein Leichentuch. Und in der Nacht ist der Tote da klopft an das Fenster und ruft: “Anna, Anna, gib mir mein Hemd!“ Die Wandergesellen warfen das Hemd aus dem Fenster, aber der Tote nahm es nicht — die Magd soll es selber bringen. Nichts zu machen. Die Magd zog sich ein gestärktes, weites Kleid an und brachte dem Toten sein Hemd. Der Tote griff so heftig nach seinem Hemd, dass er dabei der Magd den Ärmel abriss.

Die Magd, aber starb vor lauter Furcht.

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