Die Manen verlangen ihre Sachen

From Pasakas un teikas
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Es starb eine alte Bäuerin. Zu ihren Lebzeiten war sie jähzornig gewesen. Nach der Beerdigung kam die Bäuerin nachts in ihre Kammer, ging dort auf und ab, verschob die Stühle und machte großen Lärm. Alle Hausbewohner hörten nachts das Lärmen in der Kammer der verstorbenen Bäuerin, und niemand kam zur Ruhe. So ging es lange Zeit. Die Bäuerin suchte jede Nacht ihr Kammer auf. Die Bewohner des Hofes konnten das Übel nicht loswerden.

Einmal kehrte auf den Hof eine alte Bettlerin ein, die dort übernachtete. Auch die Bettlerin hörte, wie die Bäuerin in ihrer Kammer lärmte. Sie belehrte die junge Bäuerin, was sie zu tun habe, um das Übel loszuwerden. Die junge Bäuerin befolgte ihren Rat. Eines Samstags begab sie sich in der Abenddämmerung zum Friedhof, wickelte einen Silberrubel in das Blatt; des Gesangbuches ein und vergrub es im Sand des Grabhügels der verstorbenen Bäuerin. Von der Zeit ab kam die verstorbene Bäuerin nachts nicht mehr in ihre Kammer. Die Bäuerin sei wahrscheinlich deshalb nach ihrem Tode umgegangen, weil die Hinterbliebenen einen ihrer Wünsche nicht erfüllt oder etwas, was sie mitnehmen wollte, nicht in ihren Sarg gelegt hatten.

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