Die Manen verlangen ihre Sachen

From Pasakas un teikas
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Einem Bauer starb die Mutter, ein ganz altes Frauchen. Sie wurde eingesargt und zur Badestube getragen. Der Bauer bereitete den Leichenschmaus. Er stellte Speisen und Brot an den Sarg der Verstorbenen, denn damals war das so Brauch. Die Mutter sollte selbst sehen, wie ihr Tisch im Himmel gedeckt sein werde.

In der Nachbarschaft lebte ein Bursche, der ein Taugenichts war, der herumstreunte, stahl und trank. In der Nacht vor der Beerdigung begab er sich zu der Badestube, in der die alte Mutter des Bauern eingesargt lag, stahl alles, was dort an Essen hingestellt war, und fuhr davon, nachdem er ein Stückchen Fleisch der Toten in den Mund gesteckt hatte. Die Leute sollten denken, dass die Alte in der Nacht alles aufgegessen hatte.

Als der Bauer am Morgen des Beerdigungstages die Badestube betrat, war er sprachlos vor Verwunderung: "Tolle Sache, die Mutter hat in der Nacht alles aufgegessen! Nur ein Stückchen Fleisch hat sie noch im Mund behalten." Der Bauer fuhr zu dem Pfarrer und erzählte ihm alles. Der Pfarrer kam und segnete die Verstorbene. Dann befahl er, sie im Moor zu begraben und ihre Grabstelle mit Steinen zu beschweren, denn damals wurden Zauberer auf dem Friedhof nicht begraben. Das alte Mütterchen wurde im Moor begraben und ihr Grab mit einem Haufen Steine beschwert.

Nach einigen Jahren erkrankte der Taugenichts und lag auf dem Sterbebett. Er musste lange siechen und konnte und konnte nicht sterben. Er begann zu beten. Schließlich ließ er den Pfarrer holen und beichtete ihm seine Sünden. Nachdem er gebeichtet hatte und nachdem der Pfarrer eine Fürbitte für seine Seele gehalten hatte, ist er am nächsten Tag gestorben.

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