Die Manen verlangen ihre Sachen

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten lebte auf dieser Welt in einem Dorf ein Mann namens Adam. Er war ein großer Faulpelz und hatte sich kein Brennholz beschafft, um seinen Ofen im Winter heizen zu können. Als er es vor Kälte in seiner Kammer nicht mehr aushalten konnte, machte er sich auf den Weg, Brennholz zu suchen. Adam begab sich auf den Friedhof, brach Kreuze ab und brachte sie nach Hause. Er stellte die Kreuze im Schuppen ab und ging selbst schlafen. Gerade um Mitternacht wachte er auf und hörte, dass viele Stimmen im Schuppen durcheinander riefen: "Das ist meins! Das ist meins! Da— hier hast du ein Messer — hier hast du ein Messer meine ist nicht da!" Das waren die Seelen, deren Kreuze Adam fortgenommen hatte. Da wurde Adam von Angst gepackt. Er erhob sich aus seinem Bett, nahm wieder alle Kreuze und brachte sie zum Friedhof zurück. Er stellte die Kreuze an ihre Plätze zurück und eilte selbst so schnell nach Hause wie er nur konnte. Die Nacht verging. In der nächsten Nacht hörte Adam wieder Stimmern: vor dem Fenster stritten sich mehrere (Seelen) und riefen: "Du hast das Meine genommen, und du das Meine!" Was war nun zu tun. Adam fürchtete sich. Er stand auf, bekreuzigte sich und sprach: "Ach Gottchen, rette mich vor den Toten, sonst werden sie mich umbringen, sie werden mir das Leben nehmen." Dann setzte Adam sich auf den Rand seines Bettes und dachte lange nach: schließlich begab er sich wieder auf den Friedhof und stellte die Kreuze um: jedes Kreuz kam an das Grab, zu dem es gehört hatte. Vor dem Weggehen schlug er ein Kreuzzeichen und sprach: "Ewige Ruhe, schlaft in Frieden!" Mit diesen Worten machte sich Adam auf den Heimweg. Seit der Zeit hörte er keine Stimmen mehr — weder in dem Schuppen noch draußen vor dem Fenster. Er nahm nie mehr ein Kreuz vom Friedhof fort, sondern bereitete sich rechtzeitig Brennholz und holte es dann aus dem Walde heim.

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