Die Manen verlangen ihre Sachen

From Pasakas un teikas
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Die erste Kirche von Vecmuiža lag auf dem Katrīnas kalniņš (Katharinenhügel). Dieser erhebt sich auf dem Ufer eines Flusses, an dessen Ende alte Grabstellen zu sehen sind. Der Name des Flusses ist mir unbekannt, aber an jener Stelle gegenüber den Gräbern, nennt man ihn Katrīnas kroga upe (Katharinen-Krug-Fluss), weiter nach dem Gebiet, durch das er fließt. Er soll unter der Regierung Herzog Jakobs gegraben worden sein. Auf dem Gipfel des Hügels ist noch heute ein Teil des Kirchhofs sichtbar, der ehemals einen größeren Raum eingenommen hat.

Als die Kirche ihrer Bestimmung nicht mehr genügte, beschloss die Gemeinde, in der Nähe des Gutes eine neue zu bauen. Der Beschluss wurde ausgeführt, alles war fertig, nur die Glocke musste noch aus der alten in die neue Kirche überführt werden. Aber das erwies sich als unmöglich, denn so sehr sich die Arbeiter auch bemühten, die Glocke auf den Wagen zu heben, immer wieder rollte sie in die Nähe der Kellergruft der Kirche zurück. Der damalige Pfarrer aber soll sich einmal in der Nacht im Traum von den Geistern der Toten umdrängt gesehen haben, die in ihn drangen, die Glocke auf dem Kirchhof zu lassen, denn sie könnten ohne sie nicht auskommen und würden sie auch nicht hergeben. Unter vieler Mühe gelang es den Arbeitern endlich, die Glocke auf den Wagen zu heben; aber kaum hatten sie den Fluss erreicht, da glitt sie vom Wagen herab und rollte mit Getöne in den Fluss. Seitdem vernimmt man öfters, besonders an Samstagabenden, vom Grunde des Flusses her dumpfen Glockenklang.

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