Die Manen verlangen Frieden und Achtung

From Pasakas un teikas
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Comments: M.Starķis in Lielvārde hat ein Sage aufgeschrieben (LP. V, 64, 13), in der ein Herr in seinem Übermut einen Tote in die Nase gestochen und ihn zum Abendessen eingeladen hat. Der Tote erschien auch wirklich und versetzte dem Herrn eine solche Ohrfeige, dass er davon ein Mal für sein ganzes Leben im Gesicht behielt. K.Bramanis aus der Umgebung von Rīga hat eine Sage aufgeschrieben (LP. V, 61,6), nach der die Manen in einem Schloss herumspukten, das auf dem Grund eines alten Friedhofs erbaut worden war. Sie warfen einen Schädel hin und her und erzählten, es sei der Schädel eines Selbstmörders, der unberechtigterweise in der geweihten Erde des Friedhofs begraben worden sei. Ein Mann, der ihr Gespräch belauscht hatte, begrub den Schädel in einem Moor. Seit der Zeit ließen die Manen sich nicht mehr sehen. P.Š.


Manchmal haben auch die Toten, die eines natürlichen Todes gestorben waren, die Lebenden geängstigt: nämlich dann, wenn jene ihre Pflicht den Toten gegenüber nicht erfüllt hatten. Ein Bauer war gestorben. Vor Freude, dass er nun selbst Bauer werden würde, hatte sein Sohn bei der Beerdigung vergessen, die üblichen drei Handvoll Erde auf den Sarg des Vaters zu werfen. In der nächsten Nacht hörte der Sohn, dass jemand an die Tür klopfte. Als er hinausging, wurde ihm eine Handvoll Sand auf den Kopf geworfen. Er erschrak und sprang einige Schritte zurück. Da bekam er eine zweite Handvoll Sand auf den Kopf geschüttet. Nun stürzte er wieder hinaus, um zu sehen, wer ihn bewarf, da folgte gleich die dritte Handvoll. Nun eilte er ins Haus zurück, rief andere Leute herbei und ging mit ihnen auf den Hausboden, denn er dachte, man habe ihn von dort oben mit Sand beworfen. Aber alles Suchen war vergeblich. Man sah nur den weichen hellbraunen Sand auf der glatten Schneedecke. Woher der Sand kam, war unbegreiflich, denn ringsherum war die Erde festgefroren und mit Schnee bedeckt. Es war noch unbegreiflicher, wer den Sand hätte schütten können. Erst viel später begriff der Sohn, von wem der Sand gekommen war.

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