Die Manen verlangen Frieden und Achtung

From Pasakas un teikas
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Einmal ging ein Bursche zur Nachtzeit nach einem Ball nach Hause. Als er an den Lūk-Bach kam, zeigte die Uhr die zwölfte Stunde. Erst jetzt fiel es ihm ein, dass er diesen Weg nicht hatte einschlagen sollen, denn es wurde erzählt, dass es sich an dem Lūk-bach spuke. Um nicht die weite Strecke zurückzugehen, beschloss der Bursche seinen Weg fortzusetzen. Gleich jenseits der Lūkupe stand ein großer, dichter Tannenwald. Nachdem der Bursche eine Weile durch den Wald gegangen war, erblickte er ein kleines Lagerfeuer. Neben dem Feuer hockte ein kleines Kind, dessen Brust von einem scharf Knochensplitter durchbohrt war. Sobald das Kind den Burschen bemerkte, fing es an zu weinen und bat ihn, ihm den Knochen, den ihm seine Mutter in die Brust gestochen hatte, aus dem Fleisch zu ziehen. Der Bursche erschrak. Beim Fortgehen schaute er noch einmal zurück. Die Augen des Kindes waren mit Tränen gefüllt, aber sein Weinen wurde immer leiser. Als der Bursche das Weinen des Kindes nicht mehr hören konnte, erhob sich ein gewaltiger Sturm, der Bäume abbrach und sie auf den Weg warf. Der Bursche musste zurückkehren. Als er das Lūk— Flüsschen überquerte, heulte der Wind wie ein weinendes Kind; jetzt tat es dem Burschen Leid, dass er die Bitte des Kindes nicht erhört hatte.

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