Der Diener mit dem verstorbenen Herrn

From Pasakas un teikas
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Ein Diener (weil die Witwe des verstorbenen Herrn in anflehte, den toten harten Herrn zu beruhigen, der weder ihr noch anderen Menschen, noch dem Vieh des Gutshofes Ruhe gab) ließ sich Handschuhe aus Blei anfertigen. In der Nacht begab er sich auf den Friedhof ans Grab des Herrn. Er legte sich neben den Grabhügel hin. Um Mitternacht erhob sich der Bösewicht, reichte dem Diener die Hand und fragte: "Bist du wahrhaftig gestorben?" Der Diener antwortete: "Ja, Herr, ich bin gestorben und erwarte eure Befehle!"

"Wir wollen aufs Gut gehen!"

Sie gingen aufs Gut, plagten dort die Leute und betraten danach auch den Pferdestall. Dort ergriff der Herr die Peitsche und schlug damit auf die Pferde ein, aber die Pferde rührten sich nicht, denn Tiere spüren nicht, wenn ein Toter sie schlägt. Aber sobald der Diener dem Pferd einen Peitschenhieb versetzte, begann es unruhig zu werden. Da sagte der Herr:

"Du bist doch wohl lebendig? Warum fürchten sich die Pferde vor dir?"

"Es ist deshalb, Herr, weil ich zu meinen Lebzeiten jeden Morgen in den Pferdestall ging, um die Pferde auszupeitschen; deshalb haben sie auch noch jetzt Angst vor mir."

Dann gingen sie auf den Friedhof zurück. Als sie an dem Grab standen, sagte der Herr zu seinem Diener: "Leg du dich zuerst in den Sarg!"

"Nein, Herr, zu meinen Lebzeiten habe ich mich immer nach euch schlafen gelegt, das will ich jetzt auch so halten. Nicht zu machen, der Herr legte sich in den Sarg. Aber sobald er im Sarg lag, ergriff der Diener den Sargdeckel, schloss den Sarg damit, schlug ein Kreuzzeichen über den Sarg und rief: "Schlaf jetzt, du Aas!" Der Herr vermochte nur noch zu sagen: "Hätte ich das nur gewusst, dann wärest du mir nicht am Leben geblieben!" Seit der Zeit ist der tote Herr nicht mehr auf dem Gutshof gesehen worden.

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