Der Diener mit dem verstorbenen Herrn

From Pasakas un teikas
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Einer Frau starb der Mann. Nachdem er beerdigt war, fand die Frau keine Nacht mehr Ruhe: der Mann kam und plagte sie. Sie suchte den Pfarrer auf, um ihn um Rat zu fragen. Der Pfarrer sagte: "Geh nur ruhig nach Hause, Frauchen, ich werde dich heute Abend besuchen." Der Pfarrer kam gegen Abend angefahren und fragte die Frau über alles aus: an welchen Platz sich der Mann hinzusetzen pflege, wenn er komme? "Am Ende des Tisches," antwortete die Frau. Dann fragte er sie, um welche Zeit er zu kommen pflege. "Um Mitternacht." Gut. Der Pfarrer setzte sich auf den Platz, auf dem der verstorbene Mann zu sitzen pflegte, und wartete. Der Pfarrer hatte einen Gürtel mitgenommen, die mit den Worten bestickt war, die unser Heiland am Kreuz gesprochen hatte. Schlingt man einen solchen Gürtel um einen bösen Geist, so wird er gefesselt und kann nichts mehr ausrichten. Der Pfarrer sitzt. — Gegen Mitternacht öffnet sich die Tür und der Mann kommt herein. Als er den Pfarrer erblickt, fragt er: "Was tust du hier?" Der Pfarrer antwortet: "Ich bin gebeten worden, hierher zu kommen. Und wer hat dich gebeten zu kommen?" Indem er das sagte, warf er ihm den Gürtel um den Hals. Da wurde der Mann gleich steif wie ein Pfahl. Der Pfarrer fragte ihn: "Sag, was tust du eigentlich hier, wenn du gestorben bist? Bist du wahrhaftig der Mann dieser Frau?" Der Mann antwortete: "Das bin ich! Ich finde keine Ruhe in meinem Grab: wenn du neunmal für mich beten würdest, dann würde ich frei werden und müsste nicht mehr erscheinen." Der Pfarrer tat es.

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