Der Diener mit dem verstorbenen Herrn

From Pasakas un teikas
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Der Großherr der Mēŗu muiža war gestorben. Nach seiner Beerdigung konnte die Großfrau nachts nicht schlafen. Nach 11 Uhr abends ging jemand im Schloss um. Das wiederholte sich jede Nacht und dauerte bis zur Morgendämmerung. Die Großfrau wusste, dass der Gärtner ein tapferer Bursche war. Sie versprach seine Frau zu werden, wenn er ergründen könne, wer der Friedensstörer sei und wenn er ihn vertreibe.

Der Gärtner fertigte mehrere kleine Holzkreuze an und verblieb im Schloss, um dort die Nacht zu verbringen. Er hüllte sich in ein weißes Laken und stellte sich hinter die Tür. Um elf Uhr öffnete sich die Tür. Der verstorbene Großherr kam herein. Er hatte einen Stock in der Hand, hüllte sich in einen schwarzen Mantel und trug einen Hut mit breiter Krempe.

"Was stehst du hier?" schrie der Herr den Gärtner an.

"Ich bin vom Friedhof gekommen, um mich hier ein wenig umzusehen."

"Wann bist du denn gestorben? Wo befindet sich dein Grab? Wieso habe ich nichts davon gewusst?" Da erzählte der Gärtner, dass er wirklich gestorben sei und dass sein Grab sich in der Nähe des Grabes des Großherrn befinde. Der Großherr befahl, er solle ihn zum Friedhof bringen und ihm sein Grab zeigen. Nun fragte der Gärtner, was der Großherr im Schloss machen wolle. Der Großherr erzählte, dass er jede Nacht komme. Er habe es sehr schwer, denn die Großfrau frage nicht, was er wünsche. Hätte sie ihn gefragt, so hätte er ihr alles erzählt, und dann müsste er nicht mehr nachts umgehen. Er habe unter dem Fußboden eine Kiste mit Gold vergraben. Das möchte er der Großfrau erzählen.

"Und nun, Bursche, wirst du mir dein Grab zeigen!," rief der Großherr aus.

Da ergriff der Gärtner die Flucht, aber der Großherr jagte ihm nach. Als der Großherr ihm schon dicht auf den Fersen war, warf der Gärtner ein Kreuzchen auf die Erde. Der Herr schlug einen Purzelbaum. Wirft man Geistern Kreuze auf den Weg, so müssen sie sich überschlagen. So ging es bis zur Morgendämmerung. Als der erste Hahn krähte, verwandelte sich der Großherr in ein kleines graues Vögelchen und flog zum Friedhof.

Die Großfrau befahl, die vergrabene Kiste herauszuholen und feierte dann Hochzeit mit dem tapferen Gärtner. Der Großherr wurde seit der Zeit im Schloss nicht mehr gesehen.

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