Die Manen quälen die Menschen

From Pasakas un teikas
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In der Umgebung von Cēsis (Wenden) hatten sich in einer Scheune Bauarbeiter niedergelassen. Der Bauer warnte sie zwar davor, aber sie hörten nicht auf ihn, denn sie waren ziemlich zahlreich. In der ersten Nacht fing einer von ihnen unheimlich zu ächzen an. Sie machten Licht an und sahen, dass er zur Hälfte von der Pritsche heruntergezogen war. (Sie lagen sämtlich auf Pritschen.) Dem Bauer sagten sie nichts, sondern gingen in der nächsten Nacht wiederum schlafen. Es wiederholte sich dasselbe, und die Arbeiter wollten nicht mehr dort schlafen gehen. Unter ihnen war auch ein Deutscher, der schwor, er wolle die rija (die Korndarre) vom Spuk befreien.

In der dritten Nacht schliefen sie wieder, der Deutsche aber blieb am Korndarrenofen sitzen. Dabei schnitt er sich einen Knittel aus Ebereschenholz zu. Neben ihm stand ein umgestülpter Topf, unter dem ein Licht brannte. Auf einmal um Mitternacht fing wieder ein Arbeiter zu stöhnen an. Der Deutsche kehrte schnell den Topf um und beleuchtete die Korndarre. An der Korndarrenwand sahen alle den Schatten (das Bild) eines Menschen. Der Deutsche ergriff seinen Knittel und schlug auf den Schatten los, dass es krachte. Nach einer Weile sahen alle einen Knäuel auf den Korndarrenofen zu rollen und in einem. Loch verschwinden. Der Schatten war von der Korndarrenwand verschwunden. Der Deutsche trat zum Loch, schlug darüber ein Kreuz und sagte: "Jetzt wird diese Seele nicht mehr umherirren." Seitdem war die Korndarre vom Spuk befreit.

Alte Leute erzählen, der Spuk sei eine liederliche Großfrau gewesen, die sich dort in der Korndarre erhängt hatte.

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