Die Manen töten Menschen

From Pasakas un teikas
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Auf einem Bauernhof war die Bäuerin gestorben. Man brachte sie in eine andere Kammer. Früher sei es nicht erlaubt gewesen, mit einem Leichnam unter einem Dach zu bleiben, aber da sie keinen Raum hatten, um die Verstorbene abzustellen, musste man sie in der Kammer lassen. In der letzten Nacht wurden Piroggen für den Leichenschmaus gebacken. Die bereits fertig gebackenen Piroggen waren auf dem Tisch aufgestapelt.

Da sagte eine Magd zur Anderen: "Bleibe du jetzt eine Weile wach, ich möchte mich ein wenig hinlegen."

Sie legte sich also hin, während die andere Magd wach blieb, denn der Rest der Piroggen war noch im Backofen. Plötzlich hörte die Magd ein Geräusch an der Kammertür. Die Tür öffnete sich, und die Magd sah, dass die verstorbene Bäuerin hereinkam und sich dem Piroggentisch näherte. In tödlicher Angst sprang die Magd über das Bett und schrie auf: "Ein Hund ist bei den Piroggen!"

Sie hatte es gar nicht sagen wollten, sie hatte vielmehr sagen wollen, die Bäuerin sei bei den Piroggen, aber es war ihr so entschlüpft. Die Bäuerin ging an den Tisch und teilte die Piroggen in zwei Teile, indem sie eine "Straße" zwischen den beiden Piroggenhaufen ließ. Dann trat sie an die Wiege, bewegte sie ein wenig und ging wieder hinaus. Die Magd weckte die anderen Leute und erzählte ihnen, dass die Bäuerin in der Stube gewesen sei. Sie wollten es ihr nicht glauben. Als sie die Straße auf dem Piroggentisch bemerkten, wunderten sie sich, was das wohl bedeuten könnte. Bald nach dem Beerdigung der Bäuerin starb auch das Kind. Nun verstanden alle, dass die Bäuerin gekommen war, um ihrem Kind den Weg zu bereiten.

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