Manen werden umgebracht

From Pasakas un teikas
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Comments: Auch Andrievs Niedra schreibt in seiner Erzählung "Bārenis un Brūnā" (VII, I, 441,4) (Das Waisenkind und die Braune), das ein Mane (velis) Menschen tötet. Die Magd habe ihr Kind im See ertränkt, aber in der Hochzeitsnacht habe eine Stimme am Fenster gerufen: Uhu! Die Braut sei nachsehen gegangen, sei aber nicht zurückgekommen. Nur ihren Brautkranz habe man am anderen Morgen hängend im Haselnuss Strauch am See gefunden. P.Š.


Ein armes Weiblein hauste mit seinem Kindchen in einer alten Badestube. Es herrschte große Hungersnot, nirgends und auf keine Weise, konnte man zu einem Stückchen Brot kommen. Die Mutter konnte die Hungerqualen ihres abgezehrten Kindchens nicht länger ertragen: sie erstach es, wunderte sich aber, dass kein Blut floss. Da überkam sie ein solches Verlangen nach einem Bissen Fleisch, dass sie ihr kleines Mädchen kochen und verspeisen wollte. Aber nirgends gab es Feuer, denn in der ganzen Umgegend war schon seit Wochen kein Rauch von einer Feuerstelle aufgestiegen. Da sah die Frau durch das Fenster der Badestube auf dem Felde ein Feuer schimmern, auf das ging sie zu. Am Feuerchen saßen drei Männer und wärmten sich. Die Frau bat sie: "Gebt mir doch etwas Feuer, dass ich mir ein Essen kochen kann." Die Männer fragten: "Wo sollen wir es dir hineinschütten?"-"Hier in den Hafersack," erwiderte die Frau. "Gut," sagten die Männer, "es wird dich nicht sengen, nur darfst du auf dem Heimweg nicht zurückschauen." Sie füllten der Frau ihren Hafersack mit glühenden Kohlen, und sie kehrte mit ihnen zur Badehütte zurück, ohne dass sie rückwärts geschaut hätte. Als sie die Badestube betrat, wollte sie ihren Augen nicht trauen: sie sah einen weiß gedeckten Tisch, auf dem sich Braten, Weißbrot, Wein und andere köstliche Dinge befanden an dem Tische saß auch ihr Töchterchen heil und gesund und freute sich, dass die Mutter heimgekehrt war. In dem Hafersack aber hatten sich alle Kohlen in blanke Dukaten verwandelt, und sie selbst hatte schöne Kleider an. Beim Essen überdachte sie ihr Schicksal, wie schnell und wunderbar es sich verwandelt hatte; noch vor wenigen Stunden hatte sie keinen Bissen Brot, um ihres Kindes Leben zu erhalten, und jetzt war sie reich. Sie dankte Gott und beschloss, sich an einem andern Ort niederzulassen.

Ein Mädchen aber hörte, auf welche Weise die Frau zu solchem Reichtum gelangt sei. Sie ging in dieselbe Badestube, tötete ihr Kind, denn auch sie hatte eins und ging auf das Feld nach Feuer. Dort saßen ebenso drei Männer und wärmten sich, sie bat: "Gebt mir doch auch etwas Feuer, ich will, mir ein Essen kochen."-"Wo sollen wir es dir hinschütten?" fragten sie. "Hier in den Hafersack," antwortete sie. "Gut," sagten sie, "das Feuer wird dich nicht sengen, nur darfst du nicht zurückschauen." Während sie zur Badestube zurückging, schaute sie aber rückwärts und sah, dass ein Mann und ein großer Hund ihr folgten. Sie lief zwar und lief, indem sie glaubte sie werde ihnen entrinnen; aber als der große Mann sie eingeholt hatte, ergriff er sie an den Haaren, hieb ihr mit einem Schlage den Kopf herunter und warf ihn dem Hund hin, der den Kopf auch aufgegessen hatte.

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