Manen werden umgebracht

From Pasakas un teikas
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Ein Bauer hatte eine alte Mutter, die des Teufels voll war. Um die Zeit der Heumahd starb die Mutter. Nachdem der Leichnam versorgt worden war, brachte man ihn in die Korndarre. Gegen Abend kehrte ein Jude auf dem Hof ein. Der Jude nahm eine Kerze, begab sich in die Korndarre und begann am Sarge der alten Bäuerin Gebete aufzusagen. Der Jude hatte die Kerze auf den Sargdeckel gestellt und angeklebt, aber bald bemerkte er, dass der Deckel des Sarges angehoben wurde. Der Jude erschrak sehr, lief ins Haus zurück und erzählte, dass die Tote aufstehen wolle. Kaum aber war der Jude in der Stube, da war auch schon die Tote an der Stubentür angelangt. Jetzt erschrak auch die Bäuerin und lief zusammen mit dem Juden zur Tür hinaus und zum Vorratshaus hin. Aber sobald sie die Tür des Vorratshauses hinter sich geschlossen hatten, war auch die Tote an der Tür, begann zu toben und schickte sich an, die Tür zu durchnagen. Sie nagte und nagte und hatte bereits ein so großes Loch in die Tür genagt, dass sie ihren Kopf durchstecken konnte. Aber selbst konnte sie noch nicht hineingelangen. Da ergriff die Tote einen großen Stein und schleuderte ihn gegen die Tür. Der Jude und die Bäuerin hockten die ganze Nacht in dem Vorratshaus und wagten nicht hinauszugehen.

Am nächsten Morgen stand der Bauer in aller Frühe auf und begab sich zum Heuschlag. Er mähte und mähte, bis die Frühstückszeit schon vorbei war und wunderte sich, dass die Bäuerin ihm nichts zu essen brachte. Da dachte der Bauer, es müsse zu Hause etwas geschehen sein, wenn die Bäuerin mit dem Essen nicht komme. Er eilte nach Hause, um selbst nachzusehen, was dort geschehen sein mochte. Der Bauer ging ins Haus und suchte seine Frau, konnte sie jedoch nirgends finden. Nun eilte er zum Vorratshaus. Da sieht er: die Tür des Vorratshauses hat ein großes Loch und vor der Tür liegt ein großer Stein. Als er das Vorratshaus betrat, erblickte er die Bäuerin und den Juden und beide waren so erschrocken, dass sie kein Wort herausbringen konnten. Schließlich erzählte die Bäuerin, was geschehen war. Da sprang der Bauer aufs Pferd, ritt: zum Pfarrer und erzählte ihm alles. Der Pfarrer riet, den Kopf der teuflischen Toten abzuhauen, ihn unter ihren Hintern zu stecken und sie dann im Sumpf zu begraben. Sie taten es so und hatten von da ab Ruhe.

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