Manen werden umgebracht

From Pasakas un teikas
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An der Gauja befindet sich ein längst zugewachsener Flussarm, den man auch den Zīles-grāvis nennt. Der Graben befindet sich auf dem Grund der Zvārtava-Gemeinde. In jenem Graben erscheine oft ein Gespenst, denn dort habe sich vor langen Jahren ein Soldat erhängt.

Einmal begab sich ein Bauer zum Zīles-grāvis, um Hasen zu jagen. Es war eine mondhelle Nacht. Der Bauer kroch in einen Strauch und wartete auf die Hasen. Es konnte schon um Mitternacht sein, als der Bauer eine weiße Menschengestalt erblickte die aus dem Graben hervorkam und in die Hände klatschend auf den Bauern zukam. Der Bauer war ein mutiger Mann und fürchtete sich nicht. Er ergriff seine Büchse und trat dem Gespenst entgegen. Aber jetzt stürzte sich das Gespenst ganz schnell auf ihn, so dass der Bauer die Flucht ergreifen musste. Am nächsten Morgen erzählte der Bauer allen Leuten, was er mit dem Gespenst erlebt hatte. Auf seinem Hof lebte ein altes Mütterchen. Sie sagte, dass man ein Gespenst nur mit einer silbernen Kugel erschießen könne, auf eine andere Art sei ihm nicht beizukommen. Das Mütterchen hatte noch aus alter Zeit eine Silberbrosche aufbewahrt. Der Bauer goss aus der silbernen Brosche des Mütterchens eine silberne Kugel.

Am Abend begab der Bauer sich wieder zum Zīles-Graben und wartete auf das Erscheinen des Gespenstes. Wahrhaftig, um Mitternacht erschien das Gespenst wieder und wollte sich auf den Bauer stürzen. Da zielte der Bauer und schoss die silberne Kugel auf das Gespenst. Rauch stieg auf, das Gespenst verschwand. Seit der Zeit ist das Gespenst nie mehr in dem Zīles-Graben erschienen.

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