Pērkons (der Donner) erschlägt Manen

From Pasakas un teikas
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Einmal schickte eine Mutter ihre beiden fünfzehnjährigen Söhne in den Elkšņi— Wald, um Reisig zum Feueranmachen zu besorgen. Im Walde gerieten die Jungen in Streit, und der Flinkere von ihnen tötete den Anderen. Zu Hause begriff der Unglückliche seine schlimme Tat und weinte bitterlich. Die Mutter fragte ihn: "Was fehlt dir denn?", aber er konnte kein Wort darauf antworten. Später jedoch gestand er sowohl seiner Mutter als auch anderen Leuten, was er verbrochen hatte, und schließlich erfuhren davon auch die Behörden, die einen Mord nicht ungesühnt bleiben lassen konnten. Er wurde dazu verurteilt, mit eiserner Peitsche ausgepeitscht zu werden. Diese Strafe überlebte der Junge nicht, sondern verstarb noch an der Züchtigungsstelle. Der Bestrafte wurde außerhalb des Friedhofswalles begraben, der Umgebrachte an der Stelle, wo man ihn tot aufgefunden hatte. In die Rinde der Kiefer, die am Grabe des getöteten Bruders stand, wurde ein Kreuz geschnitten, das noch jetzt zu sehen ist. Aber von da ab begann der Getötete um Mitternacht die Vorbeigehenden zu ängstigen. Einmal setzte er sich sogar zu einem in den Wagen und erzählte ihm von seinem Schicksal: er habe es sehr schwer, denn er müsse die Geldtruhe des Teufels bewachen, die sich unweit von der Ruine des Schlosses von Sērpils im Gebüsch befinde (12 Werst von seiner Grabstelle). Der Donner aber hasse ihn: wo er auch sei, der Donner stelle ihm nach und wolle ihn erschlagen, deshalb müsse er sich verstecken und fliehen. Nachdem er so gesprochen hatte, ist er ganz plötzlich wieder verschwunden. Anderen hat erzählt, dass er nicht nur die Geldtruhe bewachen, sondern auch noch andere Arbeiten zu verrichten habe.

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