Wohlgesinnte Manen

From Pasakas un teikas
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Eine Frau hatte einen Ehemann, der ein großer Trinker war. Sobald er bemerkte, dass seine Frau einen Rubel hatte, gab er ihr keine Ruhe und verlangte, sie solle ihm das Geld zum Vertrinken geben. Eines Tages hackte er Holz. Bei der Arbeit fiel es ihm ein, dass seine Frau noch etwas Geld hatte. Sie sparte das Geld, denn sie hatte zwei Töchterchen: eine fünfjährige und eine ganz kleine, die erst vor ein paar Monaten geboren worden war. Sie ging hinaus, um sich von dem Holz zu holen. Als sie sich bückte, schlug der Mann sie mit der Axt auf den Kopf, so dass sie auf der Stelle tot war. Jetzt erschrak der Mann über die Tat, die er in seinem Jähzorn begangen hatte. Aber helfen konnte er ihr nicht mehr. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als den Leichnam ins Haus zu tragen. Dann schickte er seine Tochter zur Schwester der Frau, die in der Nähe wohnte. Während der Zeit hatte er den Leichnam angezogen und das Haar über die Wunde im Kopf gekämmt. Danach hatte er der Toten ein Häubchen aufgesetzt. Die Schwester kam, weinte und dachte; sie wird sich übernommen haben. Dann wurde die Frau begraben. Aber jetzt kam die Frau jeden Abend, trat an die Wiege des kleinen Kindes, nahm es heraus, stillte es und ging wieder davon. Der Mann sah es, und allmählich begann er sich zu fürchten. Er suchte den Pfarrer auf und erzählte ihm, was geschehen war. Aber der Pfarrer meinte: "Geh nun, geh, ist denn das möglich?"

Aber der Mann blieb dabei, dass seine Frau jeden Abend nach Hause komme. Da sagte der Pfarrer: "Gut, so bleibe du hier, ich werde mich in dein Haus begeben." Der Pfarrer ging hin, setzte sich an den Tisch und wartete. Ja, auf einmal öffnet sich die Tür, die Mutter kommt herein, geht an die Wiege, nimmt das Kind auf und stillt es. Der Pfarrer ließ es zu. Aber als sie das Kind zurückgelegt hatte und sich nun anschickte, das Haus zu verlassen, vertrat er ihr mit

aufgeschlagener Bibel in der Hand den Weg und sprach: "Wenn du ein guter Geist bist, dann beantworte meine Frage, Warum gehst du hier um?" Die Frau antwortete: "Ich bin vor der Zeit gestorben, denn mein Mann hat mich mit der Axt erschlagen. Wenn Ihr nicht glauben wollt, so seht doch selbst nach!"

Sie nahm das Häubchen von ihrem Kopf ab, der Pfarrer hob das Haar an und sah die von der Axt geschlagene Wunde. Der Pfarrer benachrichtigte die Behörden. Die Tote wurde ausgegraben, und nun sah man, dass sie umgebracht worden war. Der Mann wurde gefesselt und zur Zwangsarbeit geschickt.

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