Wohlgesinnte Manen

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten, als es noch wenig Menschen gab auf dieser Welt, lebte in einem Dorf am Rande des Waldes ein alter Mann, der als Hirte einem Gutsherrn diente. Der Alte war ein guter Hirte: er wusste, wo er die Herde zu weiden hatte, und das Vieh gedieh prächtig. Der Alte hatte eine Tochter, die sehr schön war. Einmal brach ein fremder König mit seinem Heer in das Land. Die Bewohner des Dorfes erschraken sehr und versuchten zu fliehen. Die Tochter des Alten lief aufs Feld, um seinem Vater die Nachricht von dem großen Unglück zu bringen. Aber unterwegs nahmen die Soldaten des Königs sie gefangen. Es kam zu einer Schlacht, und das Heer des fremden Königs wurde geschlagen. Die Soldaten flohen, aber zuerst wurde das schöne Mädchen mit dem Schwert getötet. Die Dorfbewohner suchten nach der Tochter des Alten und fanden sie tot auf dem Hügel. Die Leute, die das tote Mädchen aufgefunden hatten, bestatteten es. Der Alte weinte bitterlich. Als seine Tochter ins Grab gelegt wurde, warf er als erster drei Handvoll Erde in die Grube und sprach: "Wer will, dass sein Vieh gut gedeiht, der soll an dieses Grab kommen und drei Handvoll Erde auf es werfen." Alle hatten den Alten gern und alle hatten seine getötete Tochter sehr gemocht. Alle warfen drei Handvoll Erde auf das Grab, wann immer sie dort vorbeigingen. Viele Jahre vergingen. An jener Stelle war mit der Zeit ein hoher Berg entstanden, der den Namen Meitu kalns (Töchter – Berg) bekam.

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