Das Leben der Manen im Jenseits

From Pasakas un teikas
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Es lebte einmal eine geizige Bäuerin, die keinem Menschen etwas Gutes tat. Nicht einmal einem Bettler gab sie etwas zu essen. Eines Tages starb die Bäuerin. Nach ihrem Tode hörte man, dass jemand im Gemüsegarten herumschlich und an den Kohlköpfen nagte. Als man jedoch bei Tageslicht die Kohlköpfe besah, waren sie alle heil.

Einmal kam der Knecht des Hofes, der bei Mädchen gewesen war, nachts nach Hause. Er hörte, das jemand im Gemüsegarten am Kohl nagte. Da rief der Bursche: "Wer bist du?"

"Ich bin Trīniņa," ertönte die Stimme der verstorbenen Bäuerin aus dem Kohlgarten.

Da fragte der Bursche die Bäuerin, warum sie denn am Kohl nage. Die Bäuerin antwortete, dass ihr Brottisch im Himmel ganz leer sei. Es liege nur ein Lindenbaströllchen auf ihrem Tisch — das habe sie zu ihren Lebzeiten einmal einer Knechtsfrau gegeben. Sie habe nichts zu essen, deshalb komme sie nachts in den Gemüsegarten. Nun erkundigte sich der Knecht, wie denn sein Brottisch im Himmel aussähe. Die Bäuerin antwortete, es sei reich gedeckt.

"Nun, dann nimm die Hälfte von meinem Tischchen," sagte der Bursche.

Seit der Zeit ist die Bäuerin nie mehr gekommen, um im Garten Kohl zu nagen.

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