Die Schatten spuken

From Pasakas un teikas
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Ancis, der von Jaunjelgava nach Hause fuhr, war in das Wirtshaus von Suseja eingekehrt, und schlief nun ganz allein in der großen Wirtsstube auf dem Tisch. Der Mond schien hell. Auf einmal hörte Ancis, dass die Tür, die verriegelt war, sich öffnet. Er sah mit wachen Augen, dass ein blasser Herr, gekleidet in einem blauen Rock, einer Weste und blauer Hose und mit Schaftstiefeln die Wirtsstube betrat. Indem er mit großen Schritten auf- und abging, sprach er bei sich: "Wann werde ich einmal in Frieden ruhen können?" Dann ging er in den Wagenschuppen hinaus und kletterte auf den Boden. Ancis fürchtete sich sehr. Er zündete seine Kerze an und sah nach, ob die Tür offen war, aber nein — die Tür war verriegelt. Da weckte er den Wirt und erzählte ihm, was er gesehen und gehört hatte. Der Wirt aber spie nur aus und sagte, er brauche keine Angst zu haben, das Gespenst gehe schon seit Jahren im Wirtshaus um, spreche immer die gleichen Worte, aber tue niemandem etwas zuleide. Jetzt sei es bereits nach Mitternacht, also werde es sich in dieser Nacht nicht mehr sehen lassen. Da legte Ancis sich hin und schlief bis zum Morgengrauen. Dann fuhr er seines Weges. Aber seit der Zeit kehrte er nie mehr in jenes Wirtshaus ein, um dort zu übernachten.

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