Die Schatten spuken

From Pasakas un teikas
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"Ich war damals noch ein junges Mädchen und diente dem Grafen von Eleja. Eines Tages verreisten der Graf und die Gräfin, und ich und eine ältere Magd hatten in dem Schlafzimmer des Grafenpaares zu tun. Auch um die Mittagszeit waren wir noch bei der Arbeit. In dem Augenblick, als wir das Schlafzimmer verlassen und ein anliegendes Zimmer betreten hatten, schellte es auf dem Gutshof: die Mittagszeit war zu Ende. Sobald ich das Läuten hörte, übermannte mich ein unwiderstehlich süßer Schlaf und ich schlief — sozusagen — stehend ein. Als ich eingeschlafen gewesen sei, habe die andere Magd hinter mir eine schwarze Frau erblickt. Die schwarze Frau starrte die Magd so fest an, dass sie in ihrer Angst ausrief: "Was willst du hier?" Nach diesen Worten drehte die Schwarze sich um und ging ins Schlafzimmer zurück,

Die Magd folgte ihr. Warum sie ihr folgte, das habe sie selbst nicht gewusst. Im Schlafzimmer verwandelte sich die schwarze Frau in ein Lappenknäuel auf dem Bett des Grafen. Die Magd betastete das Knäuel, da ergriff ein winzig kleiner Hund, der sich in die Lappen gewickelt hatte, ihren Finger, biss kräftig zu und ließ ihn nicht los. Die Magd sei mitsamt dem Hündchen auf mich zugelaufen, sie habe mich angerufen und mich zu wecken versucht, habe aber nicht vermocht, mich wach zu bekommen. Nun lief sie mitsamt dem Hündchen und dem Knäuel hinunter zu den anderen Mägden. Aber als sie unten anlangte, was das Knäuel mit dem Hündchen verschwunden. Die Mägde eilten zu mir, um mich zu wecken, aber als ich sie die Treppe heraufsteigen hörte, erwachte ich von allein, wusste jedoch nichts davon, was die andere Magd erlebt hatte.

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