Die Schatten spuken

From Pasakas un teikas
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Einmal bin ich gerade in der Mittagszeit durch den Milni-Forst nach Aumeisteri gefahren. Ich hatte eine junge Stute vor den Wagen gespannt, die leichtfüßig die Straße entlangtrabte. Als ich in den Milni-Forst kam, wurde die Stute langsamer und konnte den Wagen nur noch mühsam weiterziehen, so dass ihr der Schaum vors Maul trat. Da sagte ich bei mir selbst: "Aber Stütlein, du bist so leichtfüßig gelaufen, und nun kannst du dich kaum noch vorwärtsbewegen." Aber nichts zu machen: die Stute bewegte sich nur mühsam weiter, und immer mehr Schaum trat ihr vors Maul. Ich sah mich um: zwei Jungen saßen hinten im Wagen und lachten spöttisch. Es wurde mir ganz sonderbar zumute, so dass ich der Stute eins mit der Peitsche überzog, aber es half nichts: sie zog noch immer so schwer und dachte gar nicht daran, in Trab zu fallen. So fuhr ich eine ganze Strecke und hatte schließlich den Waldrand erreicht. Es entschlüpften mir die Worte: "Ach Gott, wie werde ich nur nach Hause kommen!" Plötzlich begann die Stute wieder ganz leicht zu traben. Ich schaute zurück: die beiden Jungen waren verschwunden — als wären sie ins Wasser gefallen.

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