Die Schatten spuken

From Pasakas un teikas
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Ein Bootsmann wohnte in der Nähe des Kaisergartens. Um Mitternacht klopfte jemand an seine Tür und bat ihn, er möchte ihn zur Švarca muiža (Schwarzgut) hinüberrudern. Der Bootsmann wollte erst nicht aufstehen, aber da ihm viel Geld geboten wurde, ging er schließlich hinaus: draußen stand ein feiner Herr vor ihm, der einen Zylinderhut auf dem Kopf trug und ihm sogleich ein Goldstück in die Hand drückte. Während der Fahrt betrachtete der Bootsmann verstohlen seinen Fahrgast, der ihm ganz furchtbar vorkam, so dass es ihm recht ängstlich zumute wurde. Schließlich waren sie am Ziel. Da sagte der Herr im barschen Ton zu dem Bootsmann, er solle im Boot bleiben und auf ihn warten, denn er werde vielleicht bald zurückkehren. Doch der Bootsmann war neugierig und folgte unbemerkt dem Herrn, der in die Korndarre des Schwarzgutes verschwand. Der Bootsmann konnte durch eine Wandritze in die Korndarre hineinschauen. Er konnte in ein schönes großes Zimmer hineinschauen mit Spiegeln und Kronleuchtern, in dem sich viele feine Herren befanden, die sich alle im Tanz drehten und von Zeit zu Zeit Bier tranken. Wie lange sie so getobt hatten, das wusste der Bootsmann nicht, aber plötzlich krähte der Hahn und alles wurde dunkel und still. Vor Aufregung lag er mehrere Monate krank.

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