Die Schatten spuken

From Pasakas un teikas
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Mein Großvater erzählte folgende Begebenheit. Sein Vatervater sei mit einer Flachsfuhre nach Rīga gefahren. Leute, die in früheren Zeiten nach Riga fuhren, nahmen einen Heringsschwanz auf den Weg mit, damit ihnen unterwegs nichts Böses zustoße. Die Fuhrleute bildeten eine lange Reihe. Der Vatervater meines Großvaters sei als letzter gefahren. An den Seiten der Straße lagen Wasserpfützen. Auf einmal streckte aus einer der Wasserpfützen ein nackter Mann seinen Kopf hervor. Der nackte Mann konnte nicht aus der Wasserpfütze herauskommen. Er sagte, er müsse ewig in der Pfütze liegen bleiben, wenn sich kein Mensch finde, der ihm helfen wollte. Der Nackte bat ihm zu helfen, wenn nicht anders, so wenigstens mit der Spitze der Peitsche. Auch dann könnte er gerettet werden. Der Vatervater des Großvaters bekam Angst. Er knallte mit der Peitsche und holte die anderen Fuhrleute bald ein. Er erzählte ihnen alles, was er erlebt hatte. Seine Kameraden meinten: hätte er den Nackten berührt, so hätte er ihn wohl erlöst, hätte aber selbst an seiner Stelle bleiben müssen.

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