Die Schatten spuken

From Pasakas un teikas
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Ein Wirt erbaute ein Haus und richtete einen Krug ein. Eines Nachts zwischen Neujahr und Dreikönigstag betraten zwei sehr, sehr große Menschen das Wirtshaus. Der Wirt erschrak, aber die großen Menschen sprachen: "Erschrick dich nicht! Wir sind genau solche Menschen wie ihr!" Die Großen Menschen verlangten von dem Wirt einen Eimer Branntwein und einen Laib Brot. Der Wirt brachte einen Eimer Branntwein und einen Laib Brot und setzte sie ihnen vor. "Gib uns noch ein Gefäß!" verlangten die großen Menschen. Da brachte der Wirt ihnen noch ein zweites Gefäß. Die großen Menschen verteilten den Branntwein auf die zwei Gefäße, setzten sie an den Mund, tranken sie leer und aßen jeder einen halben Brotlaib dazu auf. Dann sagten sie zu dem Wirt: "Lass uns jetzt zur Tür hinaus!" Der Wirt fürchtete sich und schickte seinen Knecht zu Tür, aber die großen Menschen sagten: "Nein, du selbst musst uns hinauslassen!" Zitternd öffnete der Wirt die Tür und ließ die großen Menschen hinaus. Draußen auf dem Feld erblickte er große Scharen verschiedener Tiere. Die großen Menschen sagten zu dem Wirt: "Du hast dein Wirtshaus auf dem Weg erbaut, auf dem wir unsere Tiere und unser Vieh entlang treiben müssen. Deshalb sorge dafür, dass bis morgen Abend, wenn wir unsere Tiere wieder hier entlang treiben werden, der Weg frei wird. Wenn nicht, so werden wir dich zerreißen." Dann knallte der eine große Mensch mit der Peitsche, und gleich darauf waren alle Tiere und ihre Hirten verschwunden. Am nächsten Morgen zog der Wirt mit seinem Gesinde aus dem Wirtshaus und nahm alle seine Habe mit, aber er riss das Haus nicht ab. Als er am dritten Morgen nach seinem Haus sehen wollte, stand es bereits nicht mehr — die Balken lagen auf dem Feld verstreut. Der Wirt ließ die Balken aufsammeln und errichtete das Haus an einer anderen Stelle. Dort lebte er glücklich.

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