Schatten (Gespenster) in Tiergestalt

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Ein Mann aus Dūra hatte die folgende Geschichte erzählt: er — der Gemeindeälteste, namens Kazainis, sei in einer Herbstnacht von der Mühle nach Hause gefahren. Der Mond schien hell, es war Mitternacht. Als er am Friedhof der Lejas draudze (Aahof) vorbeifährt, sieht er plötzlich, dass ein schwarzes Tier — vielleicht ein Wolf — aus dem Friedhof hervorspringt. Das Tier rennt auf großen Umweg auf die Straße und saust dann auf den Fahrer zu. Der Fahrer hat keine Angst, soll es nur angerannt kommen! Aber da sieht er, wie das schwarze Tier immer kleiner und kleiner wird: bald ist er nur noch so groß wie ein Hund. Als er schließlich nur noch zwei oder drei Klafter von dem Pferd entfernt ist, ist er auf die große einer Katze zusammengeschrumpft. Die sonderbare Katze legt sich auf die Straße — soll er hinüberfahren, wenn er will. Da dachte Kazainis: "Warum soll ich das Tier überfahren?" und schlug es lieber mit der linken Hand auf den Rücken. Das half: blitzschnell rollte die Katze zum Friedhof zurück. Sobald sie in den Wald gerollt war, begann der Wald wie im Sturm zu rauschen und zu brausen. Bald darauf war alles wieder still.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox