Schatten (Gespenster) in Tiergestalt

From Pasakas un teikas
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Auf dem Mežjunkuri-Bauernhof lebte ein altes Frauchen namens Čiepiņa. Die Kinder des Mežjunkuri-Bauern gingen in Tukums zur Schule. An einem Herbstabend sagte die Bäuerin zu Čiepiņa, sie möchte den Kindern Brot bringen. Bis Tukums waren es etwa drei Meilen. Čiepiņa fuhr hin, gab das Brot für die Kinder ab und machte sich auf den Heimweg. Sie musste an dem Miglenes sils vorbeifahren, in dem es — wie die Leute erzählten — spukte. Es war gerade zwölf Uhr. Da kam aus dem Wald ein großes graues Schaf hervor und lief dem Pferd vor die Füße. Čiepiņa wollte das Schaf einfangen, aber — soviel Mühe sie sich auch gab, gelang es ihr nicht. Das Schaf sprang über den Graben, blickte zurück und blökte, als würde es sagen: "Komm mit!"

Čiepiņa wollte weiterfahren, aber da kehrte das Schaf gleich zurück und lief dem Pferd wieder vor die Füße. Da schlug Čiepiņa das Schaf mit der Peitsche, aber die Peitsche verfing sich in der Wolle und das Schaf zog sie nun gegen den Graben. Da begriff Ciepiņa, dass es hier nicht mehr mit guten Dingen zuging und begann zu beten und sich zu bekreuzigen. Das Schaf wich jedoch nicht von ihr. Zum Glück kam aus der Richtung aus Jelgava ein Jude mit Schellengeläut gefahren: da erschrak das Schaf und lief davon. In Angstschweiß gebadet, kam Čiepiņa schließlich zu Hause an.

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