Schatten (Gespenster) in Tiergestalt

From Pasakas un teikas
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Meine Patin hat erzählt: "Mir war einmal eine Kuh verschwunden. Als die Herde am Abend nach Hause getrieben wurde — fehlte sie. Wo sollte man sie nachts suchen? Am nächsten Tag ließ ich mittags das Pferd anspannen und wollte zum Nachbarhof fahren, ob meine Kuh dort nicht zugelaufen war. Kaum war ich in den jungen Kiefernwald gefahren, da sehe ich: meine Kuh steht dort und sieht mich mit großen Augen an:

"Ach du Heidenkuh!," rief ich aus, "deinetwegen musste ich nun so weit fahren!" und zog ihr einmal mit der Peitsche über. Aber was denkt ihr? Da begann jemand meinen Arm — und sie zeigte den rechten Arm — über den Wagenrand zu ziehen, indem dieser Jemand ununterbrochen auf den Arm einschlug. Mein Arm war schon ganz blau angelaufen. Da begann ich Gebete zu sprechen und mich zu bekreuzigen — da ließ er von mir ab. Ich sah mich um: von der Kuh nichts mehr zu sehen, nichts zu hören. Als ich nach Hause kam, war die Kuh bereits im Stall. Aber mein Arm hat mir noch lange danach weh getan.

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