Schatten in Tiergestalt, die zusehends wächst

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Zwei Juden fuhren zu dem Jahrmarkt nach Kandava. Unterwegs fanden sie einen gefesselten schwarzen Hammel. Die freuten sich sehr über den Fund, denn sie glaubten, der Hammel sei einem Marktfahrer aus dem Wagen gefallen. Der Hammel jedoch begann in dem Wagen zu wachsen: er wurde immer größer und füllte bald den ganzen Wagen aus. Da begann der ältere Jude zu jammern: "Liebes Gottchen der Hammel ist ein unreiner Geist. Hammel, hinaus mit dir, hinaus!" Aber der Hammel wurde nur größer und größer. Da sagte der alte Jude zu dem junge Juden: "Cipens, ruf den Namen des neuen Gottes an, ich rufe nicht gern das Jesulein an." Sobald der junge Jude "liebes Jesulein!" ausrief, da sprang der Hammel aus dem Wagen und stürzte sich von der Brücke ins Wasser. Der alte Jude rief ihm noch nach: "Schade, dass ich dir die Haut nicht abziehen konnte!" Ein anderes Mal hat ein anderer Mann ein kleines Ziegenböcklein auf der Straße bemerkt. Er nahm es und steckte es unter seinen Mantel. Als sie an den Fluss gekommen waren, beklagte der Mann laut das Böcklein, indem er sagte: "Das Böcklein ist nass geregnet, es ist nass." Auf einmal begann das Ziegenböcklein den Mann nachzuäffen: "Be, be, be — das Böckchen ist nass, es ist nass!" Es sprang unter seinem Mantel hervor und verschwand mit einem Satz in den Fluss.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox