Die Schatten in verschiedener Gestalt

From Pasakas un teikas
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"Ich fürchte mich eigentlich nicht vor Gespenstern und könnte die Nacht allein ruhig auf dem Friedhof verbringen. Aber einmal erlebte auch ich etwas Sonderbares. Damals lebte ich auf dem Vilciņi-Hof. Nachdem ich eines Abends die Pferde zur Koppel gebracht hatte, kam ich heim und betrat die Wagenremise. Dort zündete ich mir meine Pfeife an. Auf einmal höre ich ein Rauschen — als würde eine Frau in einem Baumwollrock in dem Wagenschuppen auf und abgehen. Nun, macht nichts! Ich rauchte nur meine Pfeife, mag sie, wenn sie Lust hat, zehnmal vorbeirauschen! Aber damit ist sie noch nicht zufrieden: sie geht an die Leiter und wird wahrhaftig auf den Boden klettern. Das hättet ihr hören müssen, wie sie dort oben getobt hat, man konnte glauben, das Dach wird auf einen niederstürzen. Schließlich kommt sie die Leiter heruntergeklettert. Da wird mir doch etwas sonderbar zumute, etwas wie Angst beschleicht mich, ich erzittere. Plötzlich sehe ich — es war eine helle Mondnacht — etwas Schwarzes rollt auf die Tür des Wagenschuppens zu. Da war ich mit drei Sätzen im Haus. So gesprungen, wie in jener Nacht, war ich nie in meinem Leben gesprungen.

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