Die Schatten in verschiedener Gestalt

From Pasakas un teikas
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Eine Altbäuerin der Stūrenieki-Gemeinde war mit dem Teufel im Bunde. Mit ihrer Nachbarin war sie verfeindet und fügte ihr mancherlei Schaden zu: bald behexte sie das Vieh der Nachbarin, so dass die Kühe nichts fraßen und keine Milch mehr gaben; oder aber sie hetzte Teufelsgeister auf die Nachbarn, damit sie erschreckt wurden. Einmal ist die Magd des Galeņu-Hofes zum Melken gegangen. Als sie den Stall betritt, sieht sie ein schwarzes Knäuel rollt von einem Kuheuter zum anderen. Schließlich rollte es zur Stalltür hinaus und davon. Die Magd eilte dem Knäuel nach, um zu sehen, wo es bleiben werde. Da sah sie, dass das Knäuel sich plötzlich in die verstorbene alte Melngalvji-Bäuerin verwandelte. Da begann die Magd vor Angst zu zittern und eilte — so schnell sie nur konnte — ins Haus zurück.

Ein andermal wiederum seien Teufelsgeister mit Reisigfuhren so dicht an den Fenstern des Hauses vorbeigefahren, dass der Reisig an die Scheiben schlug. Aber ging man hinaus und wollte man nachsehen, fand man rein gar nichts. Eines Abends habe jemand so im Schornstein getobt, dass man glauben konnte, der Schornstein würde auseinanderbersten. Als die Leute nachsahen, fanden sie drei große Nägel, die in den Schornstein getrieben waren, aber die Lärmmacher selbst waren verschwunden.

Mitunter hat man auch ein kleines Feuerchen (oder einen Lichtschein) gesehen, das aus dem Obstgarten des Galeņi-Hofes aufgestiegen und nach dem Melngrāvji-Hof geflogen ist.

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