Unsichtbare Schatten (Gespenster)

From Pasakas un teikas
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Comments: Auch diese Sage habe ich gehört, jedoch ohne, dass der Teufel erwähnt worden war. Das Mädchen, das eingemauert wurde, hatte sich bereit erklärt, die Schlüssel der Kirche zu verwahren. Drei Tage hörte man noch das eingemauerte Mädchen weinen. P. Š.


Aus der ganzen Gegend hatten sich Männer eingefunden, um das Baumaterial für den Bau der Kirche von Smiltene herbeizuschaffen. Die Steine wurden aus den umliegenden Feldern und Wiesen herbei gefahren, der Kalkstein aus Rauna herbei geschafft. Es wurden auch Ziegelsteine aus Ton hergestellt. Alle diese Vorarbeiten gingen gut voran. Aber sobald man mit dem Kirchenbau begann, geschahen sonderbare Dinge: alles, was man am Tag errichtet hatte, wurde in der Nacht wieder niedergerissen. Gerüchte kamen auf, dass der Teufel nicht erlauben wolle, dass die christliche Lehre sich ausbreite und deshalb die Bauarbeiten störe. Es war alles vergeblich, die Mauern hielten nicht. Bald aber wurde ein Gegenmittel bekannt: man müsse eine keusche Jungfrau finden, die bereit sei, ihr Leben Gott zu opfern und sich lebendig einmauern zu lassen, dann werde der Böse das Bauen nicht mehr verhindern können. Schließlich fand man eine gottesfürchtige Jungfrau, die — um der Hölle zu trotzen — bereit war, ihr Leben zu opfern. Während der Pfarrer und die versammelten Leute sangen, wurde das Mädchen in der Überzeugung geopfert, dass Gott ein solches Werk angenehm sein werde.

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