Die Schatten (die Gespenster) lärmen

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Einmal hatten Arbeiter, die in der Korndarre schliefen, noch bis Mitternacht geplaudert. Dann beschlossen sie dem Plaudern ein Ende zu machen, um schließlich einschlafen zu können. Aber kein Gedanke ans Schlafen: auf der Tenne begannen die Katzen so laut zu miauen und zu schreien, dass man keine Ruhe finden konnte. Alle erhoben sich, zündeten Licht an und gingen nachsehen. Aber es war nichts zu sehen. Sie lachten ein wenig darüber und begaben sich wieder zur Ruhe. Nicht lange — da hörten sie wieder das Miauen. — Nun suchten sie alle Ecken und Winkel durch: nichts und wieder nichts. Nun beschlossen alle, gar nicht auf den Lärm zu achten — und wenn die Katzen noch so miauen sollten. Ja, vorgenommen hatten sie es sich, aber sie hielten es doch nicht aus: sie wollten einschlafen, aber es war gar nicht daran zu denken. Schließlich sagte ein älterer Mann: "Wir wollen durch die Türritze gucken, vielleicht können wir auf diese Weise etwas in der Tenne entdecken."

Sie guckten (durch die Ritze): ja, die Tür zur Tenne steht offen. Sechs Kater sitzen im Mondlicht und dreschen im Takt. Der Aufschlag der Dreschflegel hört sich aber wie ein Miauen an: miau! miau! miau! Das war ja sonderbar! Was war nun zu machen? Sie beschlossen, die Tür blitzschnell aufzustoßen und dann die Drescher einzufangen. Aber wer wird das geben! — Kaum war die Tür aufgestoßen, da waren alle Kater bereits verschwunden.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox