Die Schatten (die Gespenster) lärmen

From Pasakas un teikas
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In der Korndarre des Kalnbičuļi-Hofes der Gemeinde Smārde soll es früher gespukt haben. Einmal lag ein Toter in der Korndarre. So oft man auch nach ihm sehen mochte, lag er jedes Mal wieder auf dem Gesicht in seinem Sarg, während auf dem Rand des Sarges ein Rabe hockte. Sobald sich Menschen näherten, flog der Rabe zum Korndarren Fensterlein hinaus. Nachts hörte man außerdem oft, dass in der Korndarre mit Dreschflegeln gedroschen wurde, auch das Klappern von Pferdehufen und das Knallen der Peitsche waren zu hören, manchmal vernahm man sogar Musik aus der Korndarre. Einmal machte der alte Bičuli-Bauer sonntags Feuer in dem Darrofen an. Nachdem er das Feuer angemacht hatte, legte er sich auf die Holzscheite hin. Plötzlich merkte er, dass jemand ihn an den Beinen zog und dabei rief: "Geh hier weg!" Der alte Bičulis zog die Beine an und schlief weiter. Da zog ihn wieder jemand an den Beinen und rief: "Geh weg!" Bičulis schlief nur weiter. Nun riss der Unsichtbare mit einer solchen Wucht an seinen Beinen, dass Bičulis in die Mitte der Korndarre flog. Nun erschrak Bičulis gewaltig und entkam durch das Korndarren Fensterlein. Zu Hause erzählte er seinem Bruder von seinem Erlebnis, aber der Bruder lachte nur und sagte, das sei ja Unsinn. Die Burschen des Hofes, fünf an der Zahl, beschlossen nun, die Nacht in der Korndarre zu verbringen, um zu beweisen, dass es dort nicht spuke. Sie begaben sich zur Korndarre und legten sich schlafen. Nicht lange, da hörten sie, dass jemand im Darrofen spielte: "Čika! Čika!" Wahrscheinlich jemand, der sie erschrecken wollte. Sie suchten nach dem Spieler (nach dem Musikanten), konnten ihn jedoch nicht finden. Da bewaffneten sie sich mit Harken und Heugabeln und legten sich wieder schlafen. Nicht lange, da hörten sie wieder den Musikanten spielen: buka, buka! So fanden sie keine Ruhe und kehrten wieder ins Haus zurück.

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