Ein Irreführer, der unsichtbar ist oder eine unbestimmte Gestalt hat

From Pasakas un teikas
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Comments: Raudaviete aus Bērzaune schreibt (Etn. II, 1893), dass ein Mann, der seine Gäste aus Rīga begleitet hatte und nun heimfuhr, in der Abenddämmerung auf einen kleinen See geraten war. Er fuhr und fuhr und konnte nicht heimkommen. Als auf einem nahen Bauernhof der Hahn krähte, merkte er, dass er noch immer auf dem See war. Als er am nächsten Morgen zurückkehrte, —um die Spuren seiner Irrfahrt zu betrachten, sah er, dass er die ganze Zeit auf dem See herumgefahren war. L.P.


Gespenster pflegen sich den Menschen entweder in sichtbarer oder in unsichtbarer Gestalt zu zeigen. Sie können Menschen auf folgende Art verwirren. — Eines Sonntagabends ging ein Mann vom Dorf nach Hause. Um schneller heimzukommen, ging er geradeswegs über die Wiesen — das ist eine Strecke, die man in einer Viertelstunde zurücklegen kann. Aber wie sonderbar! — Er geht und geht, ist aber noch immer nicht zu Hause. Er bleibt stehen und sieht sieh um: der Ort scheint ihm bekannt zu sein, aber in welche Richtung er gehen muss, um nach Hause zu kommen, das weiß er nicht. Auf gutem Glück setzt er seinen Weg fort, aber sein Haus kann er nicht finden. Ermüdet und erzürnt, sucht er einen Hümpel, legt sich hin und beschließt daselbst zu schlafen. Als der Schläfer erwacht, ist es heller Tag: er liegt auf dem Gipfel eines Hügels ganz in der Nähe seines Hofes, aber er liegt auf ebener harter Erde und nicht auf einem Hümpel. Da es in jener Nacht Tau gab, sah er an seinen Fußspuren, dass er die ganze Naht um den Hügel herumgegangen war. Schließlich hatte er den Hügel für einen Hümpel gehalten und, hatte sich dort schlafen gelegt. Meist wird man an Hügeln, in Mooren oder auf verfallenen Höfen irregeführt, aber solche Höfe pflegen sich in der Nähe von Hügeln oder Mooren zu befinden.

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