Ein Irreführer, der unsichtbar ist oder eine unbestimmte Gestalt hat

From Pasakas un teikas
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Einmal musste ein Mann aus Rauna am Zviedru- tilts (Schwedenbrücke) ein gehöriges Bad in der Rauna (dem Fluss) nehmen. In einer dunklen Herbstnacht fuhr er von Valmiera (Wolmar) nach Hause. In der Nähe der Lapsu kalni (Fuchsberge) (1 Werst von der Schwedenbrücke) übermannte ihn der Schlaf, obwohl er nicht getrunken hatte. Als er wieder erwachte, hatte er fließendes Wasser vor sich, in das sein Pferd geradeswegs hineinging, obwohl er aus ganzer Kraft die Zügel festhielt. Das Pferd ging eine ganze Weile durchs Wasser und er, im Wagen sitzend, wurde bis zum Hals so nass, dass keine Naht trocken geblieben ist. Schließlich verschwand auch das Pferd. Er selbst watete im Fluss, ohne zu begreifen, dass das schlecht für ihn war, denn es war sehr kalt. Die ganze Zeit hatte er das Gefühl, als würde er geführt, sein eigener Verstand war völlig ausgeschaltet. Als er schließlich vor Kälte zitterte und als auf einem Hof des Schwedenberges der Hahn krähte, kehrte auch sein eigener Verstand langsam wieder zurück. Schnell kletterte er an Land und wollte auf den nächsten Bauernhof einkehren, um sich zu erwärmen, aber ganz unvermutet fand er im Baltais/Wald sein Pferd: es stand eingeklemmt zwischen zwei Kiefern. Er untersuchte den Wagen und sah, dass alles, was im Wagen gewesen war, völlig durchnässt war — also war er wirklich durch die Rauna gefahren. Seine Zähne begannen vor Kälte zu klappern; da sprang er in den Wagen und fuhr in Galopp bis zum Vieķis-Krug, wo er seine Kleider trocknete und sich bis zum nächsten Tag wärmte.

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