Ein Irreführer, der unsichtbar ist oder eine unbestimmte Gestalt hat

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

So kann es mitunter einem Menschen ergehen: einmal bin ich in das Moor des Pfarrgutes von Kursīši geraten. Ich hatte unserem Knecht zur Arbeit auf das Pfarrgut gebracht und befand mich auf dem Heimweg. (Damals war ich zwölf Jahre alt). Die Nacht war so dunkel, dass man sich die Augen ausstechen konnte und außerdem regnete es. Ich verkroch mich in eine Wagenecke und fuhr nur weiter. Ich fuhr und fuhr — es war schon gegen Mitternacht, aber von unserem Hof noch keine Spur. Sehen konnte man auch nichts, es war zu finster. So fuhr ich nur immer weiter. Plötzlich krähte ein Hahn. Platsch! beide Pferde plumpsten ins Wasser. Da fielen es mir wie Schuppen von den Augen: ich war ins Moor geraten. Was nun? Ich setzte mich bequem in den Wagen und beschloss, den Morgen abzuwarten. Was sollte ich anderes in der Dunkelheit anfangen? Plötzlich erblickte ich in der Nähe einen Lichtschein. Ich eilte hin. Da kam ich auf einen Bauernhof, den ich kannte. Dort erzählte ich alles, was geschehen war. Der Bauer und seine Knechte waren aufgestanden, um Schweine zu schlachten. Die Männer nahmen Windlaterne und Stricke mit, und nun, gingen wir zum Moor um die Pferde herauszuziehen. Die Pferde waren so eingesunken, dass man gar nicht wusste, wie man sie herausholen sollte. Rings um sie lagen umgefallene Bäume und morsche Stämme, mir aber war es vorgekommen, als wäre ich eine glatte Landstraße entlanggefahren. Wenn die Pferde noch weiter gelaufen wären, dann wäre es aus gewesen: nicht viel weiter im Moor befand sich eine Stelle ohne Grund. Dort wäre ich mit den Pferden zusammen versunken. Gut, dass der Hahn gekräht hatte.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox