Ein Irreführer, der unsichtbar ist oder eine unbestimmte Gestalt hat

From Pasakas un teikas
Jump to: navigation, search

Einmal wurde ein Mann von Piebalga, der nach Estland zum Markt fuhr, in einer Herbstnacht kurz vor Michaeli in dem sogenannten Baltais sils (Weißforst) irregeführt. Er verließ Rauna gegen 10 Uhr. Als er den Vieķis-Berg hinter sich hatte, war er eingenickt und er erwachte erst wieder im Weißforst und erblickte am Straßenrand ein Feuerchen. Da fiel es ihm ein, dass er gern rauchen wollte. Er hielt das Pferd an, trat an das Feuerchen und zündete seine Pfeife an. Als er sich wieder umdrehte, sah er, dass das Pferd ausgespannt und ohne Kummet da stand. Der Mann wunderte sich, wer das Pferd ausspannen und ihm das Kummet abnehmen konnte. Er trat an den Wagen, um nachzusehen, ob nichts verschwunden war. Nein, im Wagen war alles in Ordnung. Da kehrte er zu seinem Pferd zurück und sah, dass es das Kummet wieder um den Hals hatte. Aber, jetzt merkte er, dass die Zügel verschwunden waren. Er suchte in seinem Wagen nach Stricken um, schnell Zügel zu knoten, aber da fand er die alten Zügel wieder am Kopf des Pferdes. Erst jetzt fiel es ihm ein, dass vielleicht ein böser Geist seinen Unfug mit ihm trieb und er begann zu zittern. Als er schließlich glaubte, so weit zu sein, um wieder losfahren zu können, fand er die beiden Hinterräder auf der Erde liegen. Der Mann wollte die Räder wieder anbringen, aber die Fuhre war zu schwer — er konnte sie nicht anbringen. Was sollte er nun tun. Er lehnte sich gegen die Fuhre, faltete die Hände und sprach ein Gebet. Da hörte er, dass der Hahn krähte. Jetzt fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: er sah dass sein Gespann in bester Ordnung war, so dass er gleich weiter fahren konnte. Er hatte nur selbst einige Stricke zerschnitten und sich im Schweiße abgemüht. Auch das Feuerchen war inzwischen verschwunden. Der Mann fuhr bis zum Starti-Krug, der von der Stelle etwa 5 Werst entfernt war, und erzählte dort der Wirtin alles, was er erlebt hatte. Er war noch kalkweiß im Gesicht nach der ausgestandenen Angst. Auch sagte er, dass er bereits ein halbes Menschenleben allein unterwegs sei, wobei er oft an berüchtigt gefährlichen Orten vorbei gekommen sei, aber etwas Ähnliches habe er zum ersten Mal erlebt.

Personal tools
Namespaces

Variants
Actions
Navigation
Project
Categories
Add
Tools
Toolbox