Irreführer in Menschengestalt

From Pasakas un teikas
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Ein kleiner Junge hütete das Vieh des Pēlēni-Bauern in Mežotne. In der Nähe der Weide gab es Gebüsch und etwas weiter stand der Wald. In dem Wald hatte er eine Kuh und einen Stier verloren. (Im Herbst hüteten viele Hirten ihre Herden zusammen.) Einige der Hirten blieben bei dem Vieh, er und noch ein paar andere begaben sich in den Wald, um nach dem Stier und der Kuh zu suchen. Sie fanden die Verschwundenen, aber zwei Jungherren hatten ihnen bereits Stricke um die Hörner gebunden und führten sie ab. Die drei Hirten schrien, sie sollten die Rinder nicht abführen, da es ihre seien, aber die Jungherren kümmerten sich, nicht darum, sondern antworteten nur: warum hätten sie denn auch nicht besser aufgepasst?

Da wollten sie den Jungherren die Rinder mit Gewalt abnehmen und schlugen mit ihren Peitschen auf sie ein, aber jedes Mal trafen sie sich selbst. Da schickte sich einer der Hirten an, ein Kreuzzeichen zu schlagen, aber er kam gar nicht dazu, denn — sobald die Jungherren seine Absicht bemerkten, ließen sie von den Rindern ab. Die Hirten führten die Kuh und den Stier ab; aber als sie ein Stückchen weiter gegangen waren, sahen sie, dass die beiden Jungherren ihnen wie Hunde folgten. Jetzt bekreuzigte sich einer der Hirten, und nun ließen sie von ihnen ab. Aber man hörte noch lange ein Geheul an jener Stelle.

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