Irreführer in Menschengestalt

From Pasakas un teikas
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An einem Samstagabend hatte eine Mutter ihre Tochter besucht und war spät bei ihr geblieben. Es war schon ganz dunkel, als sie nach Hause ging. Als die Mutter bis zu der großen Kiefer des Antužas-Hofes gegangen war (eine alte Kultstätte auf dem Grund des Antužas-Hofes in Smiltene, jetzt schon längst zerstört), gesellten sich zwei schwarze Herren zu ihr. Jeder nahm eine Hand der Mutter und führte sie zum Grenzstreifen der Höfe — sie solle dort entlang gehen, dort könne sie besser gehen. Die Mutter folgte ihnen und achtete gar nicht darauf, wohin sie gingen, wunderte sich nur, dass der Weg so glatt und gut war. Die Mutter ging ein ganzes Stück mit den Herren; da fiel es ihr auf einmal ein, dass sie schon längst hätte zu Hause sein müssen, aber vom Haus war nichts zu sehen. Da erschrak die Mutter und sagte bei sich: "Herr Jesus, wohin gehe ich denn?" Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, da waren die schwarzen Herren auch schon verschwunden. Erst jetzt merkte die Mutter, dass sie bis zu den Knien im Moor steckte. Sie musste sich lange quälen, bis sie aus dem Moor herauskam; jetzt gab es keinen schönen glatten Weg mehr, sie musste durch den Morast waten.

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