Der Irreführer in Tiergestalt

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Damals lebte ich auf dem Varači-Hof von Zvārde. Einmal fuhren wir vom Pļepernieki-Hof nach Hause — der Bauer hatte zwei Rappenhengste. Zu Hause schirrten wir sie ab und ließen sie auf den Hof, wo sie sich ein wenig wälzen konnten. Wir selbst gingen ins Haus, um zu Abend zu essen. Nach dem Abendessen wollten wir die Pferde in den Stall bringen, aber der eine Hengst fehlte. Ich machte mich auf die Suche nach ihm. Ja, er graste ganz ruhig am Fluss. Sobald ich mich ihm näherte, lief er weiter, sobald ich stehen blieb, blieb es auch stehen. Ich wollte das Pferd einfangen. Nicht weit von unserem Hof befand sich ein großes Moor. Der Hengst lief ins Moor, ich hinterher. Ich höre ganz deutlich, wie er durchs Wasser watet, kann ihn jedoch nicht einholen. Als ich schon ziemlich weit ins Moor gegangen war, hörte ich, dass man mich nach Hause rief. Wo ich denn so lange geblieben sei? Ich solle schlafen kommen. Da fragte ich nach den Pferden. — Der Bauer habe die Pferde bereits in den Stall gebracht. Jetzt begriff ich, dass es der Irreführer gewesen war. Hätte man mich nicht gerufen, Gott weiß, wo er mich da hingeführt hätte.

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