Der Irreführer in Tiergestalt

From Pasakas un teikas
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In alten Zeiten wurde in Grauzde alljährlich am Māŗa-Tag, den 8.September, Jahrmarkt abgehalten. Für die Dauer des Marktes ließen sich Zigeuner im Gebüsch nieder. Einmal sammelte ein Zigeuner Reisig, um Lagerfeuer anzumachen. Auf einer kleinen Lichtung erblickte er zwei schwarze Böcke, die so heftig miteinander kämpften, dass die Hörner krachten. Der Zigeuner glaubte, die Böcke seien einem Marktfahrer entlaufen und wollte sie gern selbst bekommen. Er ergriff eine Messing Stange und schlich sich heran, um die Böcke zu erschlagen. Aber die Böcke bemerkten ihn und liefen mit geblähten Nüstern auf ihn zu. Wohl schlug der Zigeuner auf sie ein, aber vergeblich. Da ergriff er die Flucht und geriet schließlich bis zu den Achseln ins Moor. Doch die Böcke verfolgten ihn auch da. Als der Zigeuner sah, dass sein Ende gekommen war, rief er aus: "Ach, Jesus, Maria!" Augenblicklich waren die Böcke verschwunden. Der Zigeuner hatte große Mühe, aus dem Morast zu kommen. Dann eilte er zu seinen Kameraden zurück. Als er ihnen sein Abenteuer erzählt hatte, brachen die Zigeuner auf, denn sie begriffen, dass die Böcke Gespenster gewesen sein mussten.

In einer Herbstnacht war der Gutsverwalter des Grauzde-Gutshofes auf die Jagd gegangen. Am Rande des Moores erblickte er einen Rehbock. Er schoss nach ihm, aber der Bock verschwand ins Moor. Da dachte er, der Bock sei verletzt und folgte ihm ins Moor. Aber vergeblich. Der Bock war und blieb verschwunden. Der Gutsverwalter hatte Mühe, aus dem Morast herauszukommen. Er sah, dass er in seine eigenen Waden geschossen hatte. Nun verstand er, dass der Rehbock ein Gespenst gewesen war.

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