Der Teufel als Irreführer

From Pasakas un teikas
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Einmal hatte der Teufel seine Knechte ausgesandt, um die Menschen zu narren. Zuerst zog der aller älteste Knecht aus und wollte eine Magd verwirren. Wohin die Magd auch gehen mochte, der Teufel ging stets neben ihr her. Aber als die Magd ihn bemerkte, überlegte sie nicht lange, sondern bekreuzigte sich mehrmals. Da verwandelte sich der Teufel in einen schwarzen Eber, der sich auf die Magd stürzen wollte. Die Magd bekreuzigte sich wieder. Nun wurde der Teufel zu einer großen Schlange. Als die Magd sich jedoch auch vor der Schlange nicht fürchtete, löste sich der Teufelsknecht wie ein Nebelstreifen im Wind auf. Der Teufelsknecht rannte zum Teufel zurück. Der Teufel fragte ihn: "Nun wie viele Seelen hast du eingefangen? Deine Kameraden haben jeder sechs Seelen, hast du auch so viele?" Da antwortete der alte Knecht, dass er eine einzige Seele habe: eine Magd habe er gewinnen wollen, aber die habe ihn genarrt. Über eine solche Antwort war der Teufel sehr verdrossen, sodass er dem Knecht den Schwanz abschneiden und ihn zu dem geringsten Teufel in der Schar seiner Knechte erniedrigen wollte. Aber da bat der Teufel flehentlich, ihm doch seinen Schwanz zu belassen, er wolle sich noch weiter abquälen, um Seelen herbeizuschaffen. "Gut," beruhigte sich der Teufel. "So laufe zu dem alten Mann, der seit 30 Jahren nur betet und niemals den Namen des Teufels erwähnt." Der Teufelsknecht lief zum Fluss, stieg nackt ins Wasser und erwartete den Alten. Aber ehe der Alte kam, konnte er bereits einen anderen Fang machen: der Müller, der betrunken vom Wirtshaus nach Hause ging, kam herbei und. Als er den Nackten erblickte, blieb er stehen, aber, der Nackte begann, ihn auszulachen und zu verspotten. Das war dem Betrunkenen zu viel. "Wie wagst du es, mich zu verspotten?“, rief er und begab sich ins Wasser, um den Maulaufreißer zu erwischen. Er ging immer tiefer ins Wassern, aber je tiefer er ging, um so weiter rückte der Teufel. Bald gelang es ihm, den Müller zu ertränken — nun hatte er eine Seele! Jetzt fehlte ihm noch der fromme Alte. Aber auch den bekam er bald: er verwandelte sich in ein kleines Vögelchen und ließ sich auf den Weg fallen. Als der Alte das liegende Vögelchen erblickte, dachte er, es sei verletzt und hob es auf, um seine Wunden im Fluss auszuwaschen. Aber kaum hatte er das Vögelchen ergriffen, da verwandelte es sich in einen riesigen Vogel und trug den Alten durch die Luft davon.

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